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SeiteninhaltForschungsschwerpunkte am FB Medizin
1. Schwerpunkt Kardiovaskuläre MedizinHerz-Kreislauf-Erkankungen sind die häufigste Todesursache in der westlichen Welt, wobei die zunehmende Lebenserwartung die Erkrankungshäufigkeit weiter kontinuierlich ansteigen lässt. Im Fachbereich Medizin der J.W. Goethe-Universität wurde in den letzten 15 Jahren ein leistungsstarker kardiovaskulärer Schwerpunkt etabliert, der translationale Forschung und Entwicklung auf höchstem internationalem Niveau durchführt. Die Leistungsstärke des kardiovaskulären Schwerpunktes ergibt sich dabei im Wesentlichen aus einer Reihe lokaler Charakteristika. (1) Konzentration von wissenschaftlichen Leistungsträgern Aufgrund einer gezielten Berufungspolitik ist es in den letzten 10 - 15 Jahren gelungen, international herausragende Forscherinnen und Forscher des kardiovaskulären Gebietes nach Frankfurt zu berufen und ihnen hier ein attraktives Forschungsumfeld zu bieten. Kardiovaskuläre Forschung wird im Fachbereich an sechs Institutionen mit weit mehr als 150 wissenschaftlichen und technischen Mitarbeitern durchgeführt. (2) Methodenspektrum Durch konsequente Entwicklungsarbeit und internationalen Austausch sind im kardiovaskulären Schwerpunkt alle wesentlichen Methoden und Ansätze zur wissenschaftlichen Krankheitserforschung und Behandlung etabliert. Zum Spektrum gehören neben Werkzeugen der Gentherapie und Zelltherapie genom- und proteomanalytische Methoden und hochentwickelte integrative Modelle zur Untersuchung und Behandlung von pathophysiologischen Prozessen. Auch von klinischer Seite sind modernste Methoden zur Erfassung kardialer Funktionsparameter eingeführt (Kernspintomographie u.a.). (3) Vernetzung der Forschungseinrichtungen Auf der Basis von infrastrukturbildenden Maßnahmen des Fachbereichs und von Drittmittelgebern ist im Fachbereich eine sehr gute Vernetzung der Forschungseinrichtungen erreicht worden. Die hierdurch entstandene Konzentration von Expertisen erleichtert die Entwicklung innovativer Ansätze und die schnelle laterale Verbreitung aktueller Information. Auf dieser Basis ist es möglich originäre Forschungsansätze mit hohem Innovationspotential zu entwickeln und einen kritischen Vorsprung vor anderen konkurrierenden Universitäten im Feld aufrecht zu erhalten. (4) Vertikaler und translationaler Forschungsansatz Um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass letztendlich die klinische Relevanz einer wissenschaftlichen Beobachtung die Wertigkeit medizinischer Forschung bestimmt, werden in dem Schwerpunkt primär vertikale Forschungsansätze betrieben. Erkenntnisse, die auf subzellulärer Ebene gewonnen wurden, werden so zunächst im Zellverband, dann auf der Organebene sowie in integrativen Modellsystemen (transgene Tiere und Knockout-Modelle) analysiert und schließlich klinisch geprüft. Auch wenn wissenschaftliche Forschung ergebnisoffen betrieben werden muss, ist es ein wesentliches Ziel des kardiovaskulären Schwerpunktes, therapeutische Ansätze zu entwickeln und Ergebnisse der Grundlagenforschung zeitnah in die Klinik zu transferieren. Ein Beispiel für die optimale Umsetzung dieses Ansatzes hier in Frankfurt ist das Gebiet der regenerativen Medizin (Therapieansätze mit adulten Stammzellen). (5) Drittmittelförderung, wissenschaftliche Produktivität und Sichtbarkeit Der Umfang der evaluierten Drittmittelförderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die EU-Kommission dokumentieren die Qualität der Forschung im kardiovaskulären Schwerpunkt. Neben 2 Sonderforschungsbereichen, einem europäischen Graduiertenkolleg und Einzelanträgen im Normalverfahren, ist herausragend das durch die DFG geförderte Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System (ECCPS). Darüber hinaus erfolgt umfangreiche Förderung durch das 6. Rahmenprogramm der EU mit 2 integrierten Projekten und einem Advanced Research Grant. Schließlich ist Frankfurt federführender Standort des vom BMBF eingerichteten Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK). Umfangreiche Förderung durch das LOEWE-Programm, internationale Stiftungen und die Industrie gruppieren sich um diese Quellen. Die publikatorischen Aktivitäten des kardiovaskulären Schwerpunktes betragen mehr als 30% des gesamten Forschungsoutputs des Fachbereichs Medizin. Neben sehr hohen Zitationsraten der Publikationen des Schwerpunktes spiegeln auch die Mitgliedschaften in den Herausgebergremien einer großen Zahl sehr renommierter wissenschaftlicher Zeitschriften die internationale Sichtbarkeit und Reputation des Schwerpunktes wider. 2. Schwerpunkt NeurowissenschaftenDie Erforschung von Aufbau, Funktionen und Erkrankungen des Gehirns stellt eine der größten biomedizinischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte dar. Der Frankfurter Schwerpunkt „Neurowissenschaften“ bietet exzellente Voraussetzungen, um sich dieser Herausforderung zu stellen. Er weist eine breite Infrastruktur auf und besteht aus einem umfangreichen Konsortium von Arbeitsgruppen im Fachbereich Medizin und darüber hinaus. Neurowissenschaftliche und neuromedizinische Fragestellungen werden auf diese Weise in einem interdisziplinären und integrativen Ansatz bearbeitet. Der Schwerpunkt Neurowissenschaften zeichnet sich durch folgende Merkmale besonders aus, die auch bundesweit und international in dieser Konstellation nur an wenigen Orten zu finden sind. (i) Mehrdimensionaler Forschungsansatz auf den Ebenen Molekül – Zelle – Zellverband – System – Verhalten – Kognition: Untersuchungen und Erkenntnisse auf molekularer, zellulärer und systemischer Ebene werden integriert, um die Funktionen neuronaler Systeme in ihrer Bedeutung für den Gesamtorganismus und seine Erkrankungen zu verstehen. Dieser Forschungsansatz trägt der Tatsache Rechnung, dass molekulare und zelluläre Mechanismen komplexe Hirnfunktionen einschließlich der Kognition tragen („bottom up“), dass aber auch umgekehrt komplexe Hirnfunktionen die zell- und molekularbiologische Ebene beeinflussen können („top down“). Auf diesem Wege gewonnene Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung haben wichtige Konsequenzen für andere wissenschaftliche, medizinische und industrielle Lebensbereiche. Voraussetzung für eine solche translationale „Verwertung“ ist ein umfangreiches und anspruchsvolles Repertoire an Forschungsansätzen, das von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Forschung reicht. (ii) Umfassendes Methodenrepertoire zum Studium physiologischer und pathologischer Hirnfunktionen: Innerhalb des Frankfurter Schwerpunkts Neurowissenschaften werden modernste zell- und molekularbiologische Verfahren eingesetzt, einschließlich der Generierung genetisch veränderter Versuchstiere und molekularbiologisch ausgerichteter humangenetischer, neurovaskulärer und neuroonkologischer Forschungsansätze. Viele der entsprechenden Institute und Gruppen sind im Gebäude des Experimentellen NeuroScienceCenters zusammengefasst (Haus 89 des Campus Niederrad). Analysen komplexer Hirnfunktionen werden sowohl mit modernen elektrophysiologischen Methoden durchgeführt als auch mittels struktureller und funktioneller bildgebender Verfahren im Brain Imaging Center (Haus 95H des Campus Niederrad). Im Sinne des translationalen Forschungsansatzes können experimentell gewonnene Erkenntnisse rasch in die klinische Anwendung übertragen werden (Klinisches NeuroScienceCenter im Haus 95 des Campus Niederrad). Die meisten genannten Gruppen, Institute und Kliniken liegen räumlich eng benachbart im 300m-Radius des „Neurocampus“. (iii) Organisatorischer Verbund mehrerer Institutionen und Fachbereiche am Standort Frankfurt: Der Schwerpunkt Neurowissenschaften gewinnt weitere Stärke aus der Interaktion mehrerer Fachbereiche der Goethe-Universität (FB Medizin, FB Informatik und Mathematik, FB Psychologie und Sportwissenschaften, FB Biochemie, Chemie und Pharmazie, FB Biowissenschaften), aus deren Zusammenschluss im Interdisziplinären Zentrum für Neurowissenschaften Frankfurt (IZNF: www.izn-frankfurt.de), aus der Präsenz zweier Frankfurter Max-Planck-Institute (Max-Planck-Institut für Hirnforschung und Max-Planck-Institut für Biophysik), des Ernst-Strüngmann-Instituts (ESI: www.esi-frankfurt.de), des Zentrums für Arzneimittelforschung, Entwicklung und Sicherheit (ZAFES: www.zafes.de), des (Frankfurt Institute of Advanced Studies FIAS, www.fias.uni-frankfurt.de), sowie der engen Kooperation mit industriellen Partnern. (iv) Regionale Vernetzung: Mit dem Rhine-Main Neuroscience Network (rmn2: www.rmn2.de) wurde zudem ein standortübergreifender Forschungsverbund der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes-Gutenberg Universität Mainz geschaffen, mit dem Ziel der Förderung wissenschaftlicher Exzellenz und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit auf dem Gebiet der Neurowissenschaften im Rhein-Main Gebiet. (v) Hochrangige Drittmittel-Großförderungen auf allen Forschungsebenen des Schwerpunktes Neurowissenschaften:
3. Schwerpunkt Onkologie/ImmunologieKrebs ist zusammen mit Herz-Kreislaufkrankheiten die Todesursache Nr Eins in den Industrieländern. Es ist daher geboten, dass die Erforschung der Ursachen, der Diagnostik und der Behandlungsmöglichkeiten von Krebskrankheiten ein Schwerpunkt des Fachbereichs darstellt. Der Schwerpunkt Onkologie und Immunologie bündelt die Forschungsansätze von Arbeitsgruppen aus Kliniken und vorklinischen Instituten des Fachbereichs, Arbeitsgruppen aus naturwissenschaftlichen Fachbereichen der Universität, Kliniken der Frankfurter Klinik - Allianz und assoziierten Forschungseinrichtungen. Der Schwerpunkt zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
An dem Schwerpunkt beteiligt sind folgende Einrichtungen und Wissenschaftler
Intensive Kooperation ist etabliert mit folgenden Instituten
Der Schwerpunkt Onkologie/Immunologie wird durch das im April 2008 gegründete Universitäre Centrum für Tumorerkrankungen Frankfurt (UCT) gestärkt. Das UCT ist eine fachübergreifende Institution, an der über 30 Kliniken, Abteilungen und Institute des Klinikums beteiligt sind. Die zentralen Ziele des UCT sind neben der verbesserten Patientenversorgung, eine Vernetzung von Grundlagen- und klinischer Forschung sowie die Etablierung interdisziplinärer Aus- und Fortbildungsprogramme für Medizinstudenten, Pflegekräfte und Ärzte. Dabei ist die aktive Partnerschaft mit anderen Krankenhäusern und niedergelassenen Haus- und Fachärzten innerhalb eines onkologischen Netzwerkes in der Region ein wichtiges Ziel des UCT. 4. Schwerpunkt translationale ArzneimittelforschungKünftige wegweisende Fortschritte in der Arzneimittelforschung sind abhängig von einem umfassenden Verständnis der komplexen Grundlagen von bisher nicht oder nur unzureichend behandelbaren Erkrankungen. Dies erfordert eine interdisziplinäre Vorgehensweise. Mit dem Schwerpunkt Arzneimittelforschung beabsichtigt die Goethe-Universität die Ergebnisse exzellenter biomedizinischer Grundlagenforschung schneller und effizienter in die klinische Anwendung zu übersetzen. Die Projekte beinhalten alle Formen der Erforschung von Ursachen, Entstehung und Verlauf von Krankheiten sowie innovative Strategien zur Prävention, Diagnose und Therapie. Die Forschungsgebiete umfassen die Identifikation und Validierung von Biomarkern, Targetfindung und Targetvalidierung, die Evaluierung von Wirkstoffkandidaten in Bezug auf ihre therapeutische Wirksamkeit und Sicherheit und innovative klinische Studiendesigns. Der Schwerpunkt Arzneimittelforschung kann auf indikationsübergreifende Expertise und ein breites Methodenspektrum zurückgreifen, das chemische, analytische, biophysikalische, biochemische, molekularbiologische, physiologische, pharmakologische, tierexperimentelle, klinisch-pharmakologische und klinische Methoden umfasst. Die core facilities beinhalten Massenspektrometrie (ESI, MALDI), LC-MS/MS, NMR-Spektroskopie, 2-Photonen-Laser Scanning Mikroskopie, Konfokale Mikroskopie, Flow-Cytometrie, Cell-Imaging, MELK-Technologie, Laser Mikrodissektion, Ettan Dige-System, PyroSequencing, transgene Tiere und Tiermodelle. Der Mehrwert einer vertikalen Forschungsorientierung ermöglicht es, Projekte aus der Grundlagenforschung und der Klinik zusammenzuführen, um gemeinsam nach innovativen Lösungsansätzen für klinische und grundlagenrelevante Fragen zu suchen. Zur Bündelung der fachübergreifenden Expertise entlang der Wertschöpfungskette der Arzneimittelforschung wurde das Zentrum für Arzneimittelforschung, -entwicklung und –sicherheit (ZAFES) gegründet. Das Zentrum bietet als effizientes akademisches Forschungsnetzwerk für die translationale Arzneimittelentwicklung eine Plattform zur Implementierung innovativer, multidisziplinärer Forschungskollaborationen, wissenschaftlicher Schwerpunktinitiativen und fachübergreifender Forschungsverbünde auf der Basis des Kompetenz-Portfolios der Mitglieder (www.zafes.de). Verbundforschung Der Fachbereich Medizin leistet substantielle Beiträge in regionalen und überregionalen wissenschaftlichen Schwerpunktinitiativen und fachübergreifenden Forschungsverbünden. Beispiele für eine erforderliche Neufokussierung von der Pathologie einzelner, betroffener Organe hin zu der Aufklärung der zugrunde liegenden molekularen Signaltransduktion repräsentieren das Lipid Signaling Forschungszentrum Frankfurt (LiFF), der LOEWE-Forschungsschwerpunkt Onkogene Signaltransduktion Frankfurt (OSF), SFB 815: Redox-Regulation - Generatorsysteme und funktionelle Konsequenzen, der SFB 834: Endothelial Signalling and Vascular Repair und die DFG-Forschergruppe 784. Weitere Projekte umfassen z.B. die Klinische Forschergruppe DFG - KFOR 129 Mechanismen der Resistenzentwicklung und Optimierung antiviraler Strategien bei Hepatitis C Virusinfektion und das Europain-Konsortium im Rahmen der Innovative Medicine Initiative der Europäischen Union. Ausbildung Der Fachbereich investiert nachhaltig in die Aus-, Fort- und Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Durch die Einbindung in die strukturierte Graduiertenausbildung erhalten die Studierenden Einblicke in die Strukturen der translationalen medizinischen Forschung. Sie arbeiten an der Schnittstelle medizinischer und naturwissenschaftlicher Wissenschaften. Mit einem interdisziplinären Curriculum wird den Studierenden ermöglicht, ein fachübergreifendes Methodenverständnis zu entwickeln und wichtige Erfahrungen in der interdisziplinären Zusammenarbeit zu sammeln. Die nachhaltige Weichenstellung zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet translationale Arzneimittelforschung ist an der Goethe-Universität durch eine Vielzahl integrierter Initiativen international sichtbar:
Klinische Forschung: Der Fachbereich Medizin fördert die Einrichtung krankheitsgruppenspezifischer Forschungszentren als Erfolgsmodell für medizinische Forschung und garantiert den engen Kontakt zu Meinungsbildnern im jeweiligen Fachgebiet. Auf verschiedenen Indikationsschwerpunkten bilden professionelle Studienzentralen das Standbein der international kompetitiven Position des Fachbereichs Medizin im Bereich Klinische Forschung. Die Studien umfassen ein breites Spektrum (first-in-man, Bioäquivalenz-, proof-of-concept- und Zulassungsstudien). Basierend auf der zunehmenden Bedeutung industrieunabhängiger Studien wurden durch die Gründung des Klinischen Studienzentrums Rhein-Main (KSRM) als zentrale Service-Einheit die Strukturen und Ressourcen für Wissenschaftler-initiierte klinische Studien (IITs) an der Goethe-Universität geschaffen.
geändert am 21. November 2011 E-Mail: Webmasterbarbara.pardon@kgu.de | | Zur Navigationshilfe |
Druckversion: 21. November 2011, 07:56
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb16/Forschung/Forschungsschwerpunkte/index.html