|

Das Forschungszentrum „Point Sud - Lokales Wissen“ ist ein internationales, autonomes Forschungsinstitut, das sich auf die Entwicklung neuer Formen der Zusammenarbeit zwischen Ländern des „Südens“ einerseits und zwischen diesen Ländern und dem „Norden“ konzentriert. Es wurde aufgrund einer lokalen Initiative gebürtiger und im Ausland geborener Malier in Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth, dem Wissenschaftskolleg zu Berlin und mit anderen wissenschaftlichen Anstalten wie der Ecole Des Hautes Etudes en Sciences Sociales, Paris und dem Center for International and Area Studies of Yale University, USA, gegründet. Point Sud organisiert Finanzmittel, um Forschungsprojekte durchzuführen und Schulabgänger aus aller Welt zu unterrichten, die an dieser generellen Zielsetzung arbeiten.
„Point Sud - Lokales Wissen“ analysiert die Interaktionen zwischen lokalem Wissen und Praktiken einerseits und den globalen oder nationalen Projekten der Modernisierung und der Staatsbildung. Point Sud unterstützt besonders Forschung über die kulturellen Wurzeln lokalen Wissens und dessen Antwort auf die lokale, nationale und globale Dynamik. Die systematische Sammlung oraler Traditionen und anderer oraler Quellen ist deshalb der Schwerpunkt der Forschungsprojekte des Instituts.
Das Institut hat zu Projekten der landwirtschaftlichen Entwicklung in Mali und zu Fragen der Migration seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts in Mali, Burkina Faso und in Ghana gearbeitet. Indem es als Treffpunkt für Forscher dient, die an unterschiedlichen Aspekten des lokalen Wissens interessiert sind, zielt Point Sud darauf ab, einen permanenten Dialog zwischen afrikanischen, europäischen, asiatischen und amerikanischen Forschern zu fördern. Die Analyse von Entwicklungsproblemen und den Bedingungen einer dauerhaften Nord/Süd-Kooperation ist hierbei ein zentrales Thema.
Das Zentrum fördert einzelne Forschungsprojekte, die Forscher aus der ganzen Welt zusammenbringen; es organisiert internationale Kolloquien und Kurse, und es bewilligt Studien- und Forschungsbeihilfen für junge afrikanische Forscher. Point Sud unterrichtet in Zusammenarbeit mit Universitäten des Nordens und verschiedenen Forschungszentren Studenten der Sozialanthropologie, des Gartenbaus, der Medizin und der Volkswirtschaft. Ausländische Wissenschaftler werden eingeladen und Studenten von industrialisierten Nationen erhalten so zu internationaler Top-Forschung Zugang, die sowohl theoretische Seminare als auch Felduntersuchungen anbietet.

Das Forschungszentrum wird von Prof. Dr. Mamadou Diawara geleitet, der seit Januar 2004 als Professor für Ethnologie in Frankfurt anwesend ist.
Mehr Informationen zum Zentrum, den wissenschaftlichen Arbeiten und dem neuen DFG-Programm für eine internationale Veranstaltungsreihe unter Downloads in der rechten Spalte und auf den englischsprachigen Seiten des Programms hier.
|