Power Apps-Workshop für Auszubildende und Dual Studierende am HRZ
Digitalisierung nicht nur besprechen, sondern gestalten – genau das war das Ziel des Workshops „Power Apps und Digitalisierung“, den die Koordinatorin für Ausbildung und duales Studium im Bereich IT Lisandra Osorio Segura organisierte. Mit viel Praxis, Austausch und Neugier erhielten Auszubildende und Dual Studierende im HRZ sowie interessierte Mitarbeitende die Möglichkeit, nach einem kurzen Überblick, moderne Low-Code-Technologien kennenzulernen – und direkt auszuprobieren.
Ausbildung am Puls der Zeit
Startpunkt für diesen Prozess: im vergangenen Jahr wurde der Bereich Ausbildung & Duales Studium an der Goethe-Universität Frankfurt neu konzipiert – insbesondere im IT-Bereich. Ziel ist es, den IT-Nachwuchs nachhaltig zu sichern und praxisnah auf zukünftige Anforderungen vorzubereiten. Lisandra Osorio Segura beschreibt die Motivation hinter dem Workshop deshalb so:
"Wir wollen unsere Auszubildenden, dual Studierenden und auch Praktikanten von Anfang an bei Digitalisierungsprojekten einbeziehen, auch wenn sie noch wenig Programmierkenntnisse haben. Gleichzeitig sollen sie stärker von der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit innerhalb der Universität profitieren.“
Der Workshop ist Teil einer größeren Vision: Zukünftig sollen regelmäßig Digitalisierungsworkshops für alle Auszubildenden angeboten werden. Weitere Formate sind bereits für den Spätsommer/Herbst geplant, wenn die neuen Auszubildenden an die Goethe-Universität kommen.
Was sind Power Apps – und warum sind sie relevant?
Im Workshop erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in die Microsoft Power Platform – insbesondere in Microsoft Power Apps. Power Apps ist ein Low-Code-App-Generator, mit dem benutzerdefinierte Business-Anwendungen erstellt werden können – mit minimalem Programmieraufwand.
Die Plattform ermöglicht es:
Der Mehrwert für Organisationen besteht darin, dass Low-Code-Technologien nicht nur verändern, wie Anwendungen entwickelt werden – sondern auch, wer sie entwickelt und wie schnell Organisationen auf neue Anforderungen reagieren können. Das steigert die Prozessnähe, die Akzeptanz von Lösungen und die Innovationsgeschwindigkeit – denn es können ganze Teams und Mitarbeitergruppen beteiligt werden.
Von der Idee zur App – in 90 Minuten
Was lässt sich in nur 90 Minuten erreichen? Erstaunlich viel. Unter dem Motto „Von der Idee zur App“ entwickelten die Teilnehmenden praxisnah eine digitale Lösung. Als Beispiel diente eine Party-Planung: 1. Wer kommt, wer hat abgesagt? 2. Wo findet die Veranstaltung statt? 3. Was gibt es zu essen und zu trinken? 4. Wie lassen sich die Informationen übersichtlich darstellen?
Was zunächst nach einer einfachen Organisationsaufgabe klingt, zeigt exemplarisch, wie viele Prozesse digitalisiert werden können – ohne tiefgehende Programmierkenntnisse. Die Auszubildenden lernten dadurch:
Warum ist die Einbindung in Digitalisierungsprojekte so wichtig?
Für Lisandra Osorio Segura steht fest: „Unsere Auszubildenden sollen nicht nur programmieren können, sondern auch zukünftige Entwicklungen im Blick behalten. Sie müssen lernen, KI-Entwicklungen einzubeziehen und Softwareentwicklung ganzheitlich zu verstehen.“
Im dualen System – dem Wechsel zwischen Theorie und Praxis – bedeutet das:
Stimmen aus dem Workshop – Wie haben unsere beiden Auszubildenden den Workshop wahrgenommen?
Baha Yildiz, der eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung macht uns seit August 2025 am HRZ ist – zunächst im SVG-Team, inzwischen in der Mail-Abteilung antwortete auf die Frage nach den Erwartungen zum Workshop, dass er ohne bestimmte Vorstellungen zu dem Workshop gekommen sei. Interessant war deswegen vor allem zu erfahren, welche Take-Home Message Baha aus dem Workshop mitnimmt:
„Der Workshop zeigt, wie man Anwendungen erstellen kann, ohne wirklich programmieren zu müssen – ganz anders als das, was man bisher in den Grundlagen lernt.“
Besonders schätzt er in der Fachinformatiker Ausbildung verschiedene Programmiersprachen kennenzulernen und gleichzeitig praktisch Projekte umsetzen zu können.
Filip Petrovic, ebenfalls in der Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung und seit letztem Jahr am HRZ – zunächst bei ITSec, nun in der Mail-Abteilung. Sein Eindruck:
„Der Workshop war eine willkommene Abwechslung im Ausbildungsalltag.“
Langfristig möchte Filip im Gaming-Bereich arbeiten – die Vielfalt der Programmiersprachen in der Ausbildung sieht er als wichtige Grundlage. Beide sind sich einig, dass es spannend war, andere Aspekte der Softwareentwicklung kennenzulernen.
Fazit – Digitalisierung greifbar machen
Der Workshop hat gezeigt: Digitalisierung beginnt oft mit einer einfachen Idee – und dem Mut, sie auszuprobieren. Die Teilnehmenden lernten, Themen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, technologische Trends im Blick zu behalten, über das reine Programmieren hinauszudenken, und den gesamten Entwicklungsprozess zu verstehen.
Mit dem Power Apps-Workshop hat das HRZ zudem einen wichtigen Impuls gesetzt: Die IT-Ausbildung an der Goethe-Universität verbindet klassische Programmierkompetenzen mit modernen Low-Code-Ansätzen, KI-Integration und ganzheitlichem Projektdenken. So entsteht eine Ausbildung, die nicht nur fachlich fundiert ist – sondern auch innovationsorientiert, praxisnah und zukunftsgerichtet. Denn Digitalisierung beginnt nicht mit komplexem Code – sondern mit einer Idee und der Bereitschaft, sie gemeinsam umzusetzen.
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