HRZ-Blog ​​ ​​​​​​ ​​​​​​ – April 2025

 

Runder Tisch Berufsausbildung - IT Zukunft

Runder Tisch zur Berufsausbildung setzt auf offenen Austausch

Am 13. Februar 2025 fand bereits zum zweiten Mal der Runde Tisch zur Berufsausbildung an der Goethe-Universität Frankfurt statt mit einer lebhaften Diskussion. Im Zentrum der Gespräche: die Zukunft der IT-Ausbildung. Im Anschluss sprachen wir mit dreien, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven prägen – Niklas Sujan, zuständig für strategische Ausbildungsplanung an der Goethe-Universität, Dr. Markus Unverzagt, seit März 2024 Leiter des Hochschulrechenzentrums (HRZ), sowie Florian Lang, einst Auszubildender, heute Teil des Ausbildungsteams.

IT-Ausbildung an der Goethe-Universität – neu gedacht

Die Goethe-Universität setzt aktuell stark auf den Ausbau und die Weiterentwicklung ihrer Ausbildungsangebote – vor allem im IT-Bereich. „Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz“, erklärt Niklas Sujan „Das bedeutet, wir bündeln universitätsweite IT-Ausbildungsinitiativen und schaffen Synergien – mit dem Ziel, unsere Ausbildung sichtbar, attraktiv und nachhaltig zu gestalten.“ Dazu wurde eigens die neue Stelle „Koordination Duale Bildung IT“ ins Leben gerufen.

Ein Herzstück dieser Strategie ist das HRZ-Pilotprojekt: ein duales Studium Informatik sowie die duale Ausbildung zur/zum Fachinformatiker*in. Dr. Markus Unverzagt betont die Relevanz: „Mit diesem Angebot möchten wir nicht nur dem steigenden Personalbedarf im IT-Bereich begegnen, sondern auch jungen Menschen eine zukunftsweisende Perspektive bieten.“ Besonders wichtig sei dabei die enge Zusammenarbeit mit weiteren IT-Einheiten der Universität wie Studiumdigitale oder der IT der Universitätsbibliothek.

Lernen im echten Arbeitsalltag

Was das duale Studium und die Ausbildung am HRZ besonders macht, weiß Florian Lang aus eigener Erfahrung: „Ich konnte während meiner Ausbildung viele Bereiche durchlaufen – vom First-Level-Support bis zur Softwareentwicklung. Dabei habe ich nicht nur Aufgaben erledigt, sondern komplette Prozesse über Abteilungsgrenzen hinweg begleitet.“ Diese Praxiserfahrung sei unbezahlbar und bereite ideal auf die spätere Berufswelt vor.

Zukünftige Auszubildende profitieren künftig noch stärker von der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit innerhalb der Universität – ein Vorteil, der nicht nur fachlich, sondern auch persönlich weiterentwickelt.

Ausbildung mit Perspektive – und Verantwortung

„Eine gute Ausbildung braucht qualifizierte Ausbilderinnen, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch als Mentorinnen fungieren“, so Dr. Markus Unverzagt. Neben der fachlichen Förderung sei vor allem die Motivation entscheidend. Niklas Sujan ergänzt: „Wir wollen den Auszubildenden nicht nur technisches Know-how mitgeben, sondern auch Selbstständigkeit und die Fähigkeit, sich an die sich wandelnde Arbeitswelt anzupassen.“

Florian Lang hebt hervor, wie wertvoll der enge Austausch mit Ausbilder*innen war: „Ich konnte mich durch Feedback und Gespräche stetig weiterentwickeln – beruflich wie persönlich.“ Diese Kombination aus Struktur, Freiheit und individueller Förderung sei für viele junge Menschen ideal.

Für wen ist die Ausbildung geeignet?

Die Ausbildung am HRZ richtet sich an viele Zielgruppen: praxisorientierte Schulabsolventinnen, Studienzweifler oder auch Quereinsteiger*innen. „Unsere Türen stehen allen offen“, betont Niklas Sujan, „und wir legen großen Wert auf Inklusion.“ Auch Menschen mit Behinderung sollen bestmögliche Chancen erhalten.

Dr. Markus Unverzagt sieht das besondere Potenzial in der Verbindung von Theorie und Praxis: „Unsere Auszubildenden bewegen sich in einem internationalen, dynamischen Umfeld. Sie gestalten Digitalisierung mit – in einem Arbeitsfeld mit Zukunft.“

Was bietet das duale Studium und die Ausbildung konkret?

Ein starker Mix aus fundierter Theorie und praxisnaher Umsetzung: So lässt sich das duale Studium in Informatik an der Goethe-Universität zusammenfassen. Parallel dazu bietet die Ausbildung zur/zum Fachinformatiker*in vielfältige Einblicke – vom klassischen IT-Support über die Beratung bis zur Entwicklung. Besonders ist der universitäre Kontext: Nähe zu Forschung, wissenschaftliche Fragestellungen und interdisziplinäre Perspektiven bereichern die Ausbildung.

„Die Vielseitigkeit war für mich entscheidend“, erzählt Florian Lang „Ich habe gelernt, wie IT-Prozesse ineinandergreifen und konnte diese Erfahrungen direkt nach meiner Ausbildung im Job einsetzen.“

Zukunftsperspektiven in der IT

Der Bedarf an IT-Fachkräften wächst kontinuierlich. Die Goethe-Universität setzt daher auf langfristige Entwicklungsmöglichkeiten für ihre Auszubildenden – mit Weiterbildungen, Übernahmemöglichkeiten und einem breit aufgestellten Netzwerk.

„Unsere Absolvent*innen sind bestens aufgestellt – nicht nur für den Einstieg, sondern auch für den Aufstieg“, so Dr. Markus Unverzagt, und ob Systemadministration, Softwareentwicklung oder digitale Verwaltung – die Wege sind vielfältig. „Wir wollen nicht nur ausbilden, sondern Zukunft gestalten.“


Fazit:
Das HRZ-Pilotprojekt zeigt, wie moderne IT-Ausbildung aussehen kann: praxisnah, vernetzt, zukunftsorientiert. Die Goethe-Universität bietet nicht nur ein spannendes Lernumfeld, sondern echte Chancen für alle, die Digitalisierung aktiv mitgestalten wollen.

Autorin: Dr. Simone Beetz